Gefinisht
Mittlerweile bin ich wieder zurück aus Klagenfurt und habe noch leichten Muskelkater im Rücken und in den Oberschenkeln
Meine Finish-Zeit war 11:51,59 und mit Sicherheit nicht das, was ich mir so vorgestellt hatte, aber der Ironman lief auch leider nur zu 2/3 so wie es hätte sein sollen. Aber der Reihe nach:
6:45 Uhr Athleten-Segnung durch den Ironman-Pfarrer. Als es aber dann um Punkt 7:00 los geht, ist von christlicher Nächstenliebe nicht mehr viel zu spüren. Obwohl ich mich weiter hinten und ziemlich am Rand (so wie es für langsame Schwimmer vorgeschlagen war) eingeordnet hatte, waren die ersten 200-300 m nur ein Hauen und Stechen und die sprichwörtliche Waschmaschine. So was hatte ich bis jetzt wirklich noch nie erlebt. Danach lief es eigentlich sehr gut, hatte immer wieder mal gute Füsse vor mir und war auch bis zum 2. Wendepunkt immer in einer Gruppe, die ein gutes Tempo geschwommen sind. Nach dem zweiten Wendepunkt, als es dann wieder zurück ans Strandbad bzw. zum Lendkanal ging, war ich auf einmal alleine und die Strecke zurück war auch nicht angenehm zu schwimmen, da die Wellen doch deutlich zunahmen und ich weiß gar nicht, wie oft ich beim Atmen Wasser geschluckt habe
Auf diesem Streckenabschnitt kam ich mir auch sehr langsam vor. Im Lendkanal wurde es dann wieder besser und die Wasserpflanzen, die ich im Mai schon begutachten konnte, waren doch tiefer als angenommen und da mir hier die Orientierung wieder sehr leicht fiel, kam ich wieder gut voran. Beim Schwimmausstieg rief mir der freundliche Helfer dann 1:22 zu und damit konnte ich wirklich gut leben.
Genau betrug meine Schwimmzeit 1:22,37.
In der Wechselzone gleich meinen Beutel geschnappt, Neo runter, Helm auf, Startnummer an, Schuhe an und dann gings ab zum Rad. In T1 habe ich somit 3:37 Minuten verbracht.
Aufm Rad lief es dann von Anfang an sehr gut. Am Südufer entlang des Wörthersees Richtung Velden hatten wir schönen Rückenwind. Leider fing es dann doch noch zu Regnen an, der Schauer dauerte aber nur ca. 10 Minuten. Das reichte aber, dass die Straßen erstmal nass waren. Die erste Steigung hoch zum Faaker See ging ganz gut und locker. Waren uns da aber tausende von Zuschauern versprochen, standen hier nur vereinzelte Gruppen. Lag wahrscheinlich am leichten Regen. Am Faaker See gings dann wieder Richtung Klagenfurt zurück und man merkte, dass hier Gegenwind herrscht. Rupertiberg ging auch ganz gut und dann war die erste Runde auch schon wieder vorbei. Radwende in Klagenfurt und ab in die zweite Runde. Hier hatte der Wind jetzt doch aufgefrischt und hatten wir in der ersten Runde am Südufer noch Rückenwind, war davon jetzt irgendwie nix mehr zu spüren. Lief aber trotzdem noch ganz gut und da sich irgendwann schon ziemlich am Anfang mein Tacho verabschiedet hatte, verging die Zeit mit Kopfrechnen auch ganz fix. Steigung hoch zum Faaker See war schon härter, ging aber noch gut. Hier standen jetzt dann doch mehr Zuschauer als bei der ersten Runde und es kam richtig Stimmung auf. Trotzdem kein Vergleich mit dem Solarer Berg. Der auffrischende Gegenwind Richtung Klagenfurt zurück war jetzt schon ziemlich nervig und kostete doch einige Körner. Rupertiberg ging dann schon ziemlich zäh, aber danach gehts dann, von ein paar Wellen abgesehen, eigentlich flach bis leicht abschüssig weiter nach Klagenfurt, so dass man sich hier wunderbar erholen kann.
Insgesamt saß ich 5:22,24 aufm Rad und bin damit auch super zufrieden.
Rad in die T2 geschoben, weiter gelaufen zu den Beuteln, ins Wechselzelt und dann wieder mal der Versuch, Socken über naße Füsse zu ziehen
Ich muss auch sagen, meine Laufsocken sind ziemlich eng und auch wenn ich die vorher immer dehne, dauert es einfach seine Zeit. Hier muss ich mir mal was überlegen (Barfuß? Neue Socken?). So verbrachte ich 4:48 in der Wechelzone 2 und dann gings auf die Laufstrecke.
Meine Beine fühlten sich klasse an und vor mir lief ein Kollege in einem schönen Tempo, so dass ich mit dem zu Beginn mitgelaufen bin. Nach einem Kilometer kam dann die erste Verpflegungsstation und da ich noch früh genug auf Gels zurückgreifen werde, nahm ich mir ein Stückchen Banane und etwas Wasser. Banane gegessen, Wasser getrunken, schön weitergelaufen und normalerweise kommt so zwischen Kilometer 28-32 beim Marathon der Mann mit dem Hammer, bei mir kam er ungefähr 400 m hinter der Verpflegungsstation und schlug mir mit aller Wucht in den Magen. Ich bekam also Magenkrämpfe und konnte erstmal nicht weiterlaufen. Also ein Stückchen gegangen, wieder gelaufen, wieder gegangen usw. Die Magenprobleme wurden auch in der Folgezeit nicht besser, obwohl ich an den Verpflegungsstellen vieles ausprobierte (Cola, Cola mit Wasser, Iso-Drink…). Hunger hatte ich irgendwie gar keinen mehr und auch als ich eine Toilette aufsuchte und mich erleichtern wollte, ging das nicht. So war es mir nicht möglich, länger als 2 km am Stück zu laufen ohne anschließend dann wieder Gehpausen einzulegen.
Somit wurde es ein ziemlich langer Marathon, zudem es auch noch gut warm und aufgrund der vorherigen Regenschauer richtig schwül wurde. Meine Laufzeit Lauf-/Gehzeit betrug 4:58,30 und somit deutlich über einer Stunde mehr als vorgenommen.
Ich glaube, dass meine Magenprobleme von der Banane auf der Laufstrecke kamen. Beim Radfahren habe ich mich eigentlich genauso verpflegt wie letztes Jahr in Roth und auch beim rauslaufen aus der Wechselzone hatte ich keinerlei Probleme. Nomalerweise habe ich auch keine Probleme, Bananen beim Laufen zu essen und habe das auch schon vielfach gemacht. Aber diese war schon bisschen matschig und wer weiß, vielleicht hatte die auch schon länger in der Sonne gelegen. Aber es ist jetzt müßig, über hätte, wäre, wenn aber zu diskutieren.
Trotzdem bin ich im nachhinhein nicht traurig oder sauer, dass es mit der angepeilten Zeit von Sub 10:30 nicht geklappt hat, denn an so einem Tag muss halt einfach alles zusammenpassen.
Nachlese/Bilder/Impressionen etc. folgen.
Juli 14th, 2008 at 4:21 pm
Immerhin gekämpft und ins Ziel gekommen.
Wie Du sagtest, an so einem Tag muss alles passen, gestern sollte es halt nicht sein. Und auf 42 Kilometer (auch wenn es wohl eher 39 Kilometer waren), kann dann schon mal was zusammenkommen.
Juli 14th, 2008 at 4:27 pm
Erstmal Glückwunsch!
Hab gestern Deinen Tag “live” auf der Ironman.com-Seite verfolgt und hab dann direkt schon gesehen, dass beim Lauf irgendwas nicht rund laufen kann!
Aber durchgebissen und trotz Problemen bis zum Ende durchgehalten!
Respekt!
Juli 14th, 2008 at 5:40 pm
Hi Reiner!
Nochmals Gratulation zum Finish, auch wenns nicht so gelaufen ist wie gewünscht! Aber auf einer LD kann viel passieren, so what.
Erhol Dich gut und reiß nicht zu früh wieder durch. hör auf den alten Mann ;-).
Grüße, Kai
Juli 14th, 2008 at 6:23 pm
Hallo Rainer, Glückwunsch zum Finish. Ich kann mich recht gut in deine Lage reinversetzen, da mir letztes Jahr in Frankfurt fast genau dasselbe passiert ist. Ich hatte allerdings keine Magenprobleme, sondern Beinkrämpfe. Mir war es noch nicht einmal vergönnt, unter 5h zu “laufen”.
Vielleicht sieht man sich noch in Tutzing. Einstweilen gute Regeneration!
Juli 14th, 2008 at 8:55 pm
Hallo Rainer,
wenn alles gut geht, kann jeder finishen. Die wahren Helden erkennt man erst, wenn es besch…eiden läuft. Deshalb auch von mir Glückwunsch zum erneuten Ironman.
Ich weiß, wie Du Dich jetzt fühlst, weil ich vor zwei Jahren ähnliches durchgemacht habe. Ich hoffe, Du kommst auch zu dem Entschluss, dass Du stolz sein kannst auf’s Durchbeißen. Und beim nächsten Mal wird alles gut!
Gute Erholung und sei nicht enttäuscht, es gibt keinen Grund dazu.
Uli
Juli 15th, 2008 at 12:32 pm
Hallo Reiner,
auch wir gratulieren Dir zu Deiner Leistung ganz herzlich und können nur denen vor uns zustimmen. Die, die sich durchbeissen, wenn es auch nicht läuft wie vorgenommen und zusätzlich der Körper noch Probleme bereitet sind die wahren Helden.
Du kannst zurecht sehr stolz auf Dich sein.
Viele Grüße
Manu & Andy
Juli 18th, 2008 at 3:28 pm
Reiner, gratuliere! Schade mit dem Marathon, aber dann nochins Ziel gekommen! Das ist wichtig.
Viele Grüße
Stephan