Gestern war ich bei meiner letzten Mitteldistanz in dieser Saison am wunderschönen Walchsee am Start. Im Rahmen der Challenge-Race-Serie gab es die Premiere im Kaiserwinkel (ca. 1:10 Stunden von Muc entfernt) und die wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Wie hier schon angekündigt, lief zwar die Vorbereitung erkältungsbedingt wahrlich nicht optimal, aber trotzdem war ich sehr zuversichtlich für das Rennen. Vielleicht zu zuversichtlich?
Die Anreise am Samstag, das Abholen der Startunterlagen und das einchecken des Rades verlief reibungslos und die Organisation war so, wie man das von Challenge-Veranstaltungen gewohnt ist. Kurz noch im Supermarkt bisschen Verpflegung und leggere Dragee-Keksi gekauft und uns dann auf den Weg zu unserem Quartier, das Landhaus Greiderer gemacht, was wir nach etwas suchen dann auch bald gefunden hatten. Am frühen Abend waren wir dann noch für ein lockeres Läufchen unterwegs, bevor es nach Kössen zum Abendessen ging. Standesgemäß waren im Gasthof Erzherzog Rainer
Nach einer doch recht kurzen Nacht, der Wecker klingelte um 5:15 Uhr, noch schnell gefrühstückt und dann gings auch schon nach Walchsee. Wechselbeutel abgegeben, Rad aufgeweckt und dann zum Schwimmstart gegangen, wo um 7:30 Uhr bei 15,8 Grad Seetemperatur und 10 Grad Außentemperatur pünktlich der Startschuss fiel.
Das Wasser war wirklich arschkalt und mein Gesicht, meine Hände und vor allem meine Füße schon nach kurzer Zeit richtig eisig. Zudem war der See auch nicht gerade ruhig, sondern doch leicht wellig, was mir als schlechtem Schwimmen das Leben noch zusätzlich erschwerte. Auch machte sich meine noch nicht ganz auskurierte Erkältung hier stark bemerkbar, da die Nebenhöhlen aufgrund des kalten Wassers recht schnell wieder dicht waren.
Lange Schreibe, kurzer Sinn, Schwimmen war mit 39:50 mal wieder meinem Niveau entsprechend und ich war richtig froh, als ich aus dem Wasser kam. Im Wechselzelt habe ich mir dann erstmal richtig Zeit gelassen, Socken, (ansonsten fahre ich immer barfuss Rad), Armlinge und eine Radweste angezogen und mich auch richtig abgetrocknet – die 5:36 Minuten Wechselzeit kommen nicht von ungefähr
Nach einem recht weiten Weg durch die bazige und aufgeweichte Wechselzone das Rad geschnappt und los gings, nach lautstarker Anfeuerung von Claudia, auf die Radstrecke. Auf den ersten 7 Kilometern gings größtenteils nur leicht bergab, was fürs ein- und warmfahren eigentlich super ist. Aber ich nehme es schon vorweg, meine Oberschenkelmuskulatur kam ob der Temperaturen auf der gesamten Radstrecke nie richtig auf Betriebstemperatur. Es standen 2 Runden aufm Plan, die eigentlich nicht recht schwierig waren (pro Runde ein ca. 2 Kilometer langer Anstieg, der in 5 Wellen bis 11% Steigung nach oben führt, ansonsten relativ flach, aber sehr windanfällig und man muss die kompletten 90 Kilometer auch immer arbeiten und treten).
Bei Kilometer 70 merkte ich dann schon, wie meine Kräfte langsam schwanden (die Nase lief zudem auch ununterbrochen) und ich nicht mehr recht viele Körner im Köcher hatte. Kurz ein Gel nachgeschoben, was aber nicht den gewünschten Erfolg brachte. Bei Kilometer 83 – I hit the wall – dann nochmal ein Gel und die letzten 7 Kilometer zurück zum Walchsee (entgegengesetzt vom losfahren – immer leicht bergauf), waren dann nur noch eine Tortur. Es ging einfach nichts mehr. Trotzdem habe ich mich dann noch in die Wechselzone gerettet, mir beim Wechseln wieder sehr viel Zeit gelassen (sogar mit Pinkel-Dixie-Besuch) und gehofft, dass der HM irgendwie vorübergehen wird. Die noch nicht zu 100% auskurierte Erkältung, die niedrigen Temperaturen und wahrscheinlich auch nicht ausreichende Verpflegung ergaben hier einen dementsprechenden Mix.
Die Laufstrecke führt 4x um den See und ich hätte jetzt gesagt, dass auch die Laufstrecke nicht recht anspruchsvoll ist. Pro Runde zwei leichtere Anstiege, aber das wars dann schon. Aber wenn ich so die gelaufenen Zeiten anschauen, auch meine Zeit, dann bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Laufstrecke länger als 21 km oder doch anspruchsvoller als gedacht. Auf alle Fälle habe ich mich beim Laufen wieder wohler gefühlt (das letzte Gel hat doch noch angeschlagen) und ich konnte auch ein gutes Tempo laufen und immer wieder Mitstreiter überholen.
Nach schlussendlich 5:07,55 Stunden habe ich mir dann das Finisher-Bussi von Claudia abgeholt.
Insgesamt eine sehr schöne und gelungene Veranstaltung und wenn ich topfit gewesen wäre, wäre evtl. eine Zeit von 4:50 drin gewesen (aber: hätte wenn und aber…). Landschaftlich auch sehr reizvoll und die Orga war, abgesehen von paar “Kinderkrankheiten” (Parkplatz-situation, Zielverpflegungsbuffet) auch sehr gut.
Auf alle Fälle habe ich mit der Challenge Walchsee noch eine Rechnung offen, mal gucken, wann wir die begleichen