Lienz

Wahnsinn wie die Zeit rennt. Jetzt ist es schon wieder über eine Woche her, dass ich im schönen Lienz in Osttirol ein 4-tägiges Kurztrainingslager mit abschließender Radrennteilnahme eingelegt habe.

Los gings am letzten Feiertag-Donnerstag und ich machte mich gegen 11 Uhr auf nach Lienz. Das Wetter war mit 27 Grad und Sonnenschein klasse und die Beine nach 3 Ruhetage nach dem Steinbeger See Triathlon auch wieder einigermaßen regeneriert. Gegen 14 Uhr bin ich dann im Hotel Haidenhof angekommen, eingecheckt, Gepäck aufs Zimmer gebracht, Laufklamotten angezogen und mich gleich auf den Weg zu einem langen Lauf gemacht. Angedacht waren 30km – 15km an der Isel entlang hoch, Wendepunkt und wieder zurück. Die ersten 15km liefen auch wirklich super und mein Tempo pendelte bei 4:15 – 4:30 pro Kilometer. Nachm Wendepunkt hatte ich dann gleich mal schön Gegenwind, aber da die Strecke jetzt leicht abschüssig ist, gings die ersten Kilometer auch noch recht gut. Blöderweise bzw. idiotischerweise hatte ich nur ein Fläschen flüssige Kohlenhydrate und sonst nix zu trinken dabei. So merkte ich bei jedem Schritt, wie mein Akku immer leerer und leerer wurde. Bei Kilometer 25 km noch ein Brunnen, aber der hat auch nix mehr geholfen und bei Kilometer 28 hat es mir so den Stecker gezogen, dass die letzten beiden Kilometer nur noch im lockeren Trab-Geh-Tempo gingen und ich mich im Hotel erstmal hinlegen musste 🙂

Zwischenzeitlich kamen dann auch die Mitstreiter für Sonntag, für die Dolomitenrundfahrt – Andy, Tom und Peter. sowie die Eltern von Andy+Tom und die Frauen von Andy und Peter. Beim gemeinsamen 5-Gänge-Abendessen konnte ich meine Speicher wieder auffüllen und das selbstgebraute Bier vom Haidenhof hat sehr zur Regeneration beigetragen.

Für Freitag war bis nachmittag stabiles und trockenes Wetter angesagt und so machte ich mich gleich gegen  9 Uhr auf zu Runde über den Stallersattel. Eine sehr schöne Tour, mit wenig Verkehr (auch auf der Bundesstraße in Italien) und trotz dem 30er vom Vortag hatte ich wirklich gute Beine und konnte die Tour (lt. GPS 150km) klasse durchziehen. Im Hotel schnell umgezogen und noch 38 Minuten locker hinten drauf gelaufen. Ich wusste ja, dass wieder ein 5-Gänge-Abendessen wartet 😉

Am Samstag war das Wetter nicht ganz so prickelnd, graue Wolken, leichter Nieselregen, Temperaturen von ca. 17 Grad. Trotzdem wollte ich meine Beine für das Rennen am Sonntag noch etwas anschwitzen und bin dann einen Teil der Radstrecke gefahren, allerings in Kötschach links nach Hermagor abgebogen und von dort wieder zurück nach Lienz. Abgesehen von zwei etwas heftigeren Regenschauern eine schöne Tour mit 130km. Abends gings diesmal zum Carboloading in die Pizzeria und anschl. wurde noch Deutschland-Portugal angeschaut und leidenschaftlich mitgefiebert.

Sonntag, 7:30 Uhr, Raceday, der Wecker klingelt. Ein Blick aus dem Fenster, Nieselregen, 14 Grad, tiefhängende dunkle Wolken, nicht gerade das was ich mir unter perfekten Bedingungen für ein Radrennen vorstelle. Aber was solls….. ausgiebig gefrühstückt, zum Start gerollt und pünktlich um 9:30 Uhr gings dann auch los. Auf den ersten Kilometern treffe ich auch gleich Kai. Wir ratschen kurz, bis zwei Italiener einen Zug aufmachen und ich mich dranhänge. Kurz vor dem ersten Berg gibt es einen Regenschauer, so was habe ich noch nicht wirklich erlebt. Kurz versucht, meine Regenjacke im fahren anzuziehen, no chance, also den ersten Berg im naßen hoch. Oben für die Abfahrt kurz angehalten, die Jacke angezogen und weiter gings. Bereits am ersten Berg habe ich gemerkt, dass meine Beine nicht wirklich frisch sind und das merke ich später, vor allem am langgezogenen Anstieg zum Katitschersattel, als mich einen Fahrerin wie einen Schulbuben stehen lässt und ich nichts entgegenzusetzen habe. Für die Rückfahrt nach Lienz hatte ich die Hoffnung auf eine starke Gruppe, aber schlussendlich lief es auf mich und ein Mädel raus, die bereits mit Schürfwunden lädiert bei mir im Windschatten hing und deutlich sagte, dass sie nicht vorne im Wind fahren würde. Gut, in Roth muss 180km im Wind fahren, aber für eine Zeitenverbesserung gegenüber der letzten beiden Jahren ist eine Solofahrt natürlich kontraproduktiv. Trotzdem mobilisiere ich meine letzten Kraftreserven, der Tacho fällt nie unter 40km/h und schlussendlich bin ich mit 3:38 im Ziel.

Tom kommt dann auch kurze Zeit später mit ca. 4:05 und Andy mit ca. 4:12, während Peter bereits nach dem ersten Regenschauer beschlossen hat, dass Rennradfahren im Regen keinen Spass macht und ist zurück ins Hotel 😉

Insgesamt wieder mal ein sehr schönes verlängertes Wochenende und ich hoffe, in Roth merke ich auch was vom Trainingseffekt!

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