Race-Bericht Kopenhagen

Mittlerweile sind schon wieder mehr als 1 1/2 Wochen seit der Challenge Kopenhagen, meiner (Ersatz-)Langdistanz in diesem Jahr.

Nach meinem Mißgeschick vor Roth, war mit Kopenhagen schnell ein Ersatzrennen gefunden. Die 5 Wochen zwischen Roth und Kopenhagen wurden weiter sinnvoll mit Training genutzt, so dass ich mit der Zielsetzung, eine neue persönliche Bestzeit über die Langdistanz zu erzielen, nach Kopenhagen gefahren bin. Das hierfür immer alles zusammen passen muss, versteht sich von selbst.

Und hier beginnt auch schon die Analyse, vor dem eigentlichen Rennbericht. Eine noch äußerst arbeitsreiche und intensive Arbeitswoche vor einer LD passt nicht ganz so gut. Eine 12-stündige Autofahrt am Freitag vor dem Rennen ist auch nicht unbedingt empfehlenswert und wenn dann am Samstag nachmittag, eine Stunde vor dem geplanten Bike-Check in noch der Hinterreifen einen Platten bekommt, wird man doch schon nervös. Dies soll absolut nicht als Ausrede dienen, aber wie geschrieben, bei einer Langdistanz muss alles passen.

Aber zurück zum Rennen. Schwimmstart erfolgte für mich um 7:15 Uhr, das Wasser war mit 19,5 Grad angenehm temperiert, die Startgruppe auch überschaubar gr0ß, so dass bis zur ersten Boje nach ca. 100 Meter das Gedränge übersichtlich blieb. Ansonsten war Schwimmen ereignislos, ich fühlte mich gut, hatte keinerlei schwerer Beine, Krampfansätze etc. So entstieg ich nach 1:13 den Fluten der Ostsee und nach einem nicht allzu schnellen Wechsel gings ab aufs Rad.

Die ersten drei Kilometer liefen recht flüssig, als ich plötzlich ein schwammiges Fahrgefühl hatte und zu meinem Entsetzen feststellen musste, dass ich hinten wieder einen Platten hatte…wtf! Also rechts ran, Rad raus, Reifen runter, Schlauch raus, neuen Schlauch rein, Reifen wieder drauf und dann mit meiner kleinen Handpumpe gepumpt wie ein Blöder. Recht viel ging hier nicht weiter, so dass ich einen Zuschauer in kompletter Fahrradmontur am Straßenrand stehend fragte, ob er eine bessere Handpumpe dabei hat. Dies hat er verneint, meinte aber dass er im Hotel auf der anderen Straßenseite eine Standpumpe hätte. Also kurz rüber gelaufen, Reifen aufgepumpt und ich setzte meine Fahrt angesäuert, wütend, grantig…fort.

Nach weiteren drei Kilometer das nächste mal das schwammige Gefühl und ich konnte es nicht fassen, den nächsten Platten. Diesmal links ran, Helm ab und mich sowas von geärgert und enttäuscht gewesen…! Ein Däne hat mir dann nach meiner Erklärung, warum es nicht mehr weitergeht – ich hatte nur einen Ersatzschlauch dabei – sein Handy geliehen, so dass ich Claudia mit der Bitte mich abzuholen, anrufen konnte, was ich dann auch gemacht hatte. Ansch. kam noch ein weiterer junge Däne, mit Rennrad vorbei und hat mir einen Ersatzschlauch angeboten. Aber leider war hier das Ventil für meine Aero-Felge zu kurz. Nach etwas überlegen, hat er mir dann sein komplettes Hinterrad, im Tausch gegen meines angeboten. Nach kurzem Geplänkel, wie wir das dann mit den Re-Tausch hinbekommen, haben wir Hinterräder getauscht und ich konnte mein Rennen weiter fortsetzen.

Mit noch mehr Wut, Adrenalin und was weiß ich im Bauch, machte ich mich auf die Aufholjagd. Die Radstrecke ist ziemlich wellig und windanfällig, aber sehr interessant und schön zu fahren. Nur bin ich dann die erste Radrunde viel zu schnell angegangen, so dass ich bei Kilometer 90 eigentlich schon fast fertig war 🙂 Aber es galt noch die zweite Runde zu absolvieren, der Wind hatte nochmal merklich zugelegt, bevor ich mich Richtung T2 auf den Weg machte und meine Laufschuhe auspacken durfte.

Im abschließenden Marathon gings dann 4x am Meer/Nyhaven entlang Richtung Norden u.a. an der kleinen Meerjungfrau vorbei und dann wieder zurück. Die erste Runde lief noch sehr gut, Runde zwei und drei waren bei 25 Grad einfach nur heiß, die vierte Runde fiel mir dann wieder leichter. Hier bin ich mit meiner 3:32 doch zufrieden, nachdem ich auf der Radstrecke doch einige Körner habe liegen lassen.

Im Zieleinlauf konnte ich mich dann noch mit Claudia abklatschen und freute mich, nach 10:24,10 als Gesamt 254 und 44 in meiner AK die Ziellinie zu überlaufen.

Insgesamt bin ich mit dem Rennen, unter den o.g. Umständen äußerst zufrieden und hat auch richtig Spass gemacht. Die Orga, die Strecke und vor allem die Zuschauer sind große Klasse. Nichts desto trotz habe ich für mich aber festgelegt, 2013 mal wieder eine Langdistanz-Pause zu machen

 

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