Racebericht Ironman 70.3 Zell am See

In den letzten Tagen wurde ich häufiger gefragt, wie man zwei Wochen nach einer Langdistanz gleich wieder eine Mitteldistanz machen kann/mag. Nachdem aber Kopenhagen mein Ersatzrennen für Roth war und der Ironman 70.3 in Zell am See bereits zum Jahreswechsel als zweiter Saisonhöhepunkt ausgewählt worden war, gab es diese Terminballung.

Am Samstag haben Claudia und ich uns am vormittag auf den Weg nach Zell am See gemacht, welches wir nach einer nicht entspannten Autofahrt mit viel Stau und stockendem Verkehr noch rechtzeitig zum Abholen der Startunterlagen erreicht haben. Anschließend gings zu unserer Unterkunft, wo auch bereits Claudias Eltern warteten. Claudia machte sich dann mit Ihren Eltern auf zu einer Wanderung, während ich noch eine umgedrehte Koppeleinheit (20 Min Laufen, 50 Min Radfahren) absolvierte um meine Beine etwas zu lockern und klar zu machen, dass morgen noch ein Rennen ansteht. Abends noch gut gemeinsam Essen gewesen und die Daumen gedrückt, dass das Wetter (Sonne/Wolken-Mix bei 25 Grad) so bleiben wird.

Tja, in der Nacht gingen dann schon die ersten heftigeren Regenschauer nieder, welche sich aber bis zum Start um 10 Uhr – mal eine sehr christliche Zeit – eine Pause gönnten. Ich war gleich in der ersten Startwelle um 10 Uhr dran und pünktlich ging es mit ca. 700 weiteren Mitstreitern/innen auf die 1,9 km lange Schwimmstrecke. 950 m raus auf den See, links Kurve um eine Boje, 250 m schräg zurück, ein weiterer links Knick um eine Boje und 700 m zurück zum Strandbad. Die ersten 200m waren dicht gedrängt, aber das Verprügeln hielt sich überraschenderweise in Grenzen bzw. war bei mir gar nicht gegeben. Anschließend war das Schwimmen wieder recht ereignislos und nach 34:48 Minuten hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen. Die Schwimmzeit war für Platz 129 in meiner AK und Platz 669 Gesamt gut 🙂

Der anschließende Wechsel hätte noch bisschen schneller sein können, aber die Wechselzone war auch recht lang, so dass die 4:56 Min gerade noch so gehen. Die Radstrecke gestaltete sich dann als 2-Runden-Strecke mit jeweils ca. 350 HM. Somit gabs auf der ganzen Strecke eigentlich keine Schwierigkeit, wenn nicht nach einigen Minuten teilweise recht heftiger Regen eingesetzt hätte, der die an manchen Stellen recht winkelige Radstrecke dann doch gefährlich machte. Aber mit etwas Rücksicht an den Wendepunkten und Kurven vergingen die 90km wie im Flug und die 2:16,55 entsprechen einem 39,44er Schnitt und sind gerade mal 10 Min langsamer als die Profis. Ich fühlte mich die ganze Radstrecke über sehr wohl, konnte gut Druck machen und hatte wirklich gute Beine. Einzig die Zehen und Hände waren zum Schluss schon ganz schön klamm, was das Anziehen der Kompri-Socken in T2 nicht einfacher gemacht haben. Die Radzeit war Platz 16 in der AK, Platz 111 Gesamt.

Nach doch recht langen 5:03 Minuten in T2 gings auf die Laufstrecke, wo auch meine Supporter (Claudia und ihre Eltern) schon warteten und mich weiter anfeuerten. Nach einem kurzen Stück ins Stadtzentrum nach Zell am See, waren dort drei Runden zu laufen. Die ersten 5km bin ich mal wieder zu schnell angegangen (18:50), fühlte mich aber recht gut und auch die Muskulatur in den Beinen spielte noch gut mit. Leider konnte ich das Tempo auf den restlichen 15km nicht ganz halten und die letzten 5km wurden dann richtig hart. Meine Oberschenkel teilten mir bei jedem Schritt mit „wir haben erst vor 2 Wochen eine Langdistanz absolviert“ 🙂 Trotzdem wurde es noch eine 1:29,48 was für Platz 18 in meiner AK und Platz 92 Gesamt gut war.

Insgesamt lief ich nach 4:31,24 durchs Ziel und war froh, dort eine Wärmefolie und auch was warmes zum Essen zu bekommen. Schlussendlich wurde es Platz 25 in meiner AK und Platz 138 Gesamt.

Der Wettkampf hat richtig Spass gemacht und mir wieder gezeigt, dass die Mitteldistanz meine Distanz ist. Hier werde ich mich 2013 weiter austoben 🙂

Die Organisation, das After-Race-Buffet, die Zuschauer am Streckenrand, die Landschaft etc. ist wirklich super klasse gewesen. Einzig die Windschattenproblematik ist wirklich riesig groß. Die Startgruppen sind m.E. zu groß und die Radstrecke viel zu einfach. Und wenn dann noch Kampfrichter 5 Minuten neben einem Pulk von 10 Tria’s herfahren, ohne was zu sagen, ohne Karten zu verteilen, ohne die Gruppe anzuhalten, dann macht das wenig Spass!

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