Nach 3 schönen aber auch anstrengenden Trainingstagen stand zum Abschluss am gestrigen Sonntag noch die Dolomitenrundfahrt über die Classic-Distanz aufm Plan. Die Beine waren aufgrund der drei Tage davor schon warmgefahren und nachdem ich am Donnerstag die Runde schon abgefahren war, wusste ich auch, was mich erwarten würde und konnte auch meine Taktik dementsprechend wählen. Die sah wie folgt aus:
Von Lienz nach Oberdrauburg mit einer Gruppe “mitschwimmen”. Den Gaibergsattel (vergleichbar mit Kesselberg) ruhig angehen und sich auch durch das Lesachtal bis Maria Luggau zurückhalten. Hier ist die Strecke sehr unrhytmisch zu fahren mit viel bergauf-bergab im Wechsel. Nach Maria Luggau bis auf den höchsten Punkt, den Kartitscher Sattel gehts nicht unbedingt steil, aber sehr langgezogen berauf und hier wollte ich dann Gas geben. Nach dem Kartitscher Sattel gehts dann in einer schönen Abfahrt wieder runter auf die B100 und auf dieser dann, bis auf eine längere Welle abgesehen, leicht bergab nach Lienz. Allerdings hat man hier immer Gegenwind, so dass auf diesem letzten Streckenabschnitt eine gut funktionierende Gruppe nochmal richtig Geschwindigkeit machen kann. Soviel zur Taktik.
Aber vorher nochmal ein kurzer Blick zurück. Da es sich ja um ein Radrennen handelt, habe ich auch mein normales Rennrad mit nach Lienz genommen, da normalerweise Triathlonräder bei solchen Veranstaltungen nicht erlaubt sind, auch wenn in der Ausschreibung nichts gegenteiliges stand. Am Freitag abend meinte dann auch ein Orga-Mitglied, dass es kein Problem ist, mit demTriarad zu starten. Da ich allerdings meinen Renner schon dabei hatte, wollte ich auch mit dem starten und der Effy eine Verschnaufpause gönnen
Samstag abend, die letzten Vorbereitungen werden an den Rädern getroffen (Startnummer ran, Zeitmesschip ran, Luftdruck überprüfen etc.), als Tom feststellt, dass bei seinem Rad was mit der hinteren Bremse nicht stimmt. Und nachdem auch mehrmaliges anziehen und einstellen und festziehen nichts halfen und zuguterletzt auch noch eine Schraube abgerissen ist, war sein Renner nicht mehr einsatzbereit. Zum Glück hat der gut ausgestattete Triathlet zwei Räder beim Kurztrainingslager dabei, so dass er meinen Renner bekam und ich dann doch auf der Effy an den Start gegangen bin.
Sonntag morgen, Race-Day! Kurzes Fotoshooting und dann gehts auch schon hinab nach Lienz zum Startgelände und der Startaufstellung. Dort reihen wir uns im hinteren Drittel ein, um den Gedränge und Geschubse beim Massenstart zu entgehen. In der Startaufstellung ist es fast windstill und es hat dort schon hochsommerliche Temperaturen. Das kann schweißtreibend werden heute
Punkt 9:30 dann der Startschuss und die Meute von 2.000 Radlern setzt sich in Bewegung. Die ersten 20 km führen auf einer total gesperrten Bundesstraße nach Oberdrauburg. Ich finde mich in einer ca. 40-Mann starken Gruppe wieder und mit Tempo 40-42 gehts in lockerer Fahrt dem ersten Anstieg, den Gaibergsattel entgegen. Der ist sehr angenehm zu fahren und obwohl ich mich dort am Berg wirklich zurückhalte, werde ich von max. 2 Mitstreitern überholt, kann aber meinerseits dort wirklich sehr sehr viele Positionen gut machen. Allerdings verliere ich diese Postionen auf der Abfahrt nach Kötschach-Mauthen wieder. Ich bin einfach kein guter Abfahrer
Aber gott sei dank gehts nach der Abzweigung ins Lesachtal gleich wieder schön bergauf und ich sammle wieder fleißig KollegInnen ein. Die Taktik, mich bis Maria Luggau bisschen zurückzuhalten geht auch gut auf und meine Beine fühlen sich wirklich gut und frisch an (trotz der 3 Trainingstage zuvor) und auch die Hitze macht mir nichts aus, da doch ein kühlender Wind geht. In St. Lorenzen bei Kilometer 50 bin ich dann kurz die Verpflegungsstation angefahren und nach einem Becher Wasser und einem Becher Iso gings dann auch schon weiter (an dieser Verpflegungstation wurde nichts von Helfern gereicht, sondern man musste wirklich kurz anhalten). Ortsdurchfahrt Maria Luggau und der langgezogenden Anstieg nach Obertilliach wartet. Aero-Position, dicker Gang und los gehts. Entweder ich komme durch und mache wirklich Zeit gut, oder ich platze, andere Möglichkeit gab es eigentlich nicht. Und es lief wirklich super. Einige Überholte wollten sich hintenreinhängen, mussten dann aber doch recht schnell wieder abreißen lassen. Kurze Abfahrt nach der Ortsdurchfahrt Obertilliach zum Erholen, bevor es weiter auf den Kartitscher Sattel geht (dem Dach der Rundfahrt
). Auch hier Aero-Position und hochballern…! Kurz vorm Sattel hole ich noch eine 5-Mann starke Gruppe, die mir aber dann in der folgenden Abfahrt gleich mal 400 Meter aufs Brot schmiert. Aber macht nichts, denn am Ende der Abfahrt in Tassenbach stehen die “Supporter Girls” Manu und Birgit. Kurzer Stopp, kurzer Plausch, Radflasche getauscht und schon gehts weiter auf das letzte Stück. Ca. 27 Km, von einer langgezogenene Welle abgesehen, bergab nach Lienz. Aber bei wirklich schönstem Gegenwind.
Nach der Welle bin ich in einer Gruppe von 5 Mann, aber es geht nicht wirklich was vorwärts. Und da ich in einem Monat in Roth 180 km alleine fahren muss, ziehe ich an der Gruppe vorbei und ballere in tiefster Aero-Position auf frisch geteerter Straße nach Lienz. Unterwegs sammle ich immer wieder kleine Gruppen von 2-5 Mann ein, die sich dann auch hinten dranhängen. Der Tacho fällt kein einziges Mal unter die 40 und so fahre ich 25 Kilometer vorne im Wind mit zum Schluss 20 Mann hinten drin. Von denen hat aber auch keiner und auch wirklich keiner nur einmal die Anstalt gemacht, nach vorne zu fahren.
Nach 3:35,33 Stunden erreiche ich dann das Ziel und bekomme dort noch von einigen “Mitfahrern” Dankeswünsche für die geleistete Tempoarbeit (ist wirklich ein schönes Gefühl)
.
Mit der erreichten Zeit bin ich mehr als zufrieden und ich hatte gestern auch sehr gute Beine. Zudem ist meine Taktik auch aufgegangen und meine Zeit für den zweiten Abschnitt von Kilometer 50-112 mit 1:37 Stunden ist nicht so schlecht.
Peter hat das Ziel nach 4:16,52 erreicht. Die Heger Buam Tom und Andy kamen nach 4:50,38 bzw. 4:50,49 ins Ziel. Wobei Andy allerdings eine Panne hatte (lockere Speiche mit anschl. “Achter”) und auf den Service-Wagen angewiesen war. Tom hat dabei mit ihm gewartet, was beiden doch einen ziemlichen Zeitverlust eingebracht hat. Kai hat die Extrem-Strecke in 4:38,45 absolviert.
War eine super Veranstaltung, klasse organisiert, Strecken gut abgesperrt bzw. gesichert und hat richtig Spass gemacht. Ich würde mal behaupten, die Dolomitenrundfahrt hat mich nicht zum letzten Mal gesehen und die 3:30 sind schon ein “kleiner” Anreiz
Weitere Bilder folgen noch…..