Zwischenzeitlich bin ich seit Sonntag bereits wieder ausm Urlaub zurück und auch der Ocean-Lava-Triathlon auf Lanzarote ist schon fast wieder zwei Wochen her. Also höchste Zeit für meinen Race-Bericht.
Der Triathlon über die Mitteldistanz (1,9-90-21,1) sollte nach einer doch recht langen Saison mein Saisonabschluss in sommerlicher Atmosphäre werden. Und ich kann es vorweg nehmen, es war bei der fünften Mitteldistanz heuer das 5. mal, dass ich Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 25 Grad hatte. Also gewohnte Bedinungen für mich
Nach der Tri-Motion in Saalfelden hatte ich weiter meinen Schwerpunkt auf das Radfahren gelegt, dafür das Laufen sowie auch das Schwimmen hinten angestellt. Ebenso war ich gespannt, wie sich meine Wiesn-Besuche auf meine Form auswirken würden
Ziel war, den Wettkampf genießen, die Restform “raushauen” sowie schneller als Kai zu sein.
Nachdem ich am Freitag die Registration sowie den Rad-Check-in hinter mich gebracht hatte, gings am Samstag um 8 Uhr dann los. Davor noch kurzes Pläuschchen mit Kai, Neo anziehen, kurzes einschwimmen und nochmal kurz den Schwimmkurs mir erklären lassen. Angesagt waren 300m gerade aus raus aufs Meer, um den Katamaran rum, dann parallel zum Strand nach Osten bis zum kleinen Boot und von dort diagonal zurück zum Strand. Diese Runde sollte zweimal geschwommen werden. So weit so gut. Ich hatte mich dann erstmal etwas weiter hinten einsortiert, entging so nach dem Startschuss dem Massengedränge und kam gleich gut in Rythmus. Rum um den Katamaran und dann erstmal gar nichts mehr gesehen, da wir in die aufgehende Sonne schwimmen musste. Endlich taucht das genannten Boot auf und ich möchte darum rum schwimmen, als mich die Bootbesatzung schon mit Winken und Rufen darauf aufmerksam macht, dass es nicht um das Boot herum geht, sondern dass es zwischen einer Boje und dem Boot hindurch geht und dann wieder zurück zum Strand. Dieses Mißgeschick hat mich ca. 2 Minuten gekostet, was bei meiner Schwimmzeit schon ganz schön was ausmacht. Die zweite Runde verlief dann ganz ruhig, das Schwimmen im Meer ist bis auf den Salzgeschmack im Mund ganz angenehm und nach 35:51 entsteige ich den Fluten des Atlantiks (Kai hatte hier ca. 4 Minuten Vorsprung erschwommen). Auf dem Weg in die Wechselzone noch kurz das Salz abgeduscht, den Mund ausgespült und schon standen die 90km aufm dem Programm.
Diese sollten es lt. Höhenprofil durchaus in sich haben und waren garniert mit einem 21%-Anstieg hoch nach Femes. Trotzdem oder gerade dessen habe ich mich sehr auf das Radfahren gefreut, auch weil die Insel landschaftlich sehr viel zu bieten hat.
Nach einem kurzen Wechsel das Rad geschnappt und schon gings los. Die Strecke durch Puerto del Carmen war noch sehr gemäßigt und ideal, die Beine nach dem Schwimmen locker zu fahren. Dies änderte sich, als es dann Richtung Conil ging. Hier eine sehr kleine Nebenstrecke, immer leicht ansteigend und immer mit einem doch recht starken Gegenwind. Trotzdem kann ich hier gut Druck machen und überhole bereits sehr viele “Schnellschwimmer”. Kurz vor Conil nimmt die Steigung nochmal zu und beim schalten auf das kleine Kettenblatt springt mit die Kette vom Ritzel. So eine Sch….! Normalerweise geht das immer recht flott zu beheben, hier hatte ich aber doch etwas mit der Kette zu kämpfen und auch wenn es wahrscheinlich nicht mehr als 2 Minuten waren, kam es mir wie 15 Minuten vor. Die Zeit hat aber gereicht, dass die zuvor Überholten wieder an mir vorbeiziehen. Mit schwarzen schmierigen Fingern und Wut im Bauch gehts dann aber weiter und bei der Anfahrt zum Anstieg nach Femes, kurz vor Las Brenas überhole ich dann bereits Kai. Dies hat mich doch gewundert, da ich nicht unbedingt damit gerechnet hatte, ihn auf der Radstrecke bereits einzuholen. Ich hatte mehr mit der Laufstrecke gerechnet. Diese Überholung gibt mir dann nochmal weiteren Schwung, welchen ich für den Anstieg nach Femes auch benötigen. Hier ist an elegantes Hochpedalieren nicht zu denken, sondern hier habe ich mit jeder Kurbelumdrehung das Issac nur noch nach oben gewuchtet. Anschließend folgen 5 Kilometer zum erholen, bevor die Fahrt durch den Nationalpark Timanfaya und hoch zu den Feuerbergen ansteht. Vor diesem Streckenabschnitt hatte ich am meisten Respekt, da es hier 5-6 Kilometer stetig, in mehreren Wellen abgestuft bergauf geht und man hier immer starken Gegenwind hat. Aber auch dieser Abschnitt geht locker von der Hand und nach 3:01,09 habe ich dann die Effy wieder in der Wechselzone abgestellt. Schade, den 30er Schnitt hätte ich schon gerne geknackt, aber wenn die Kette nicht gewesen wäre……
Der anschl. Halbmarathon führte auf einer 3,5 Kilometer langen Wendepunktstrecke wellig durch Puerto del Carmen auf der Uferpromenade entlang, welche insgesamt 3x zu durchlaufen war. Hier hatte man bis zum Wendepunkt wieder Gegenwind, beim Rückweg Rückenwind. Zwischenzeitlich kann ich sagen, dass Rückenwind zwar nicht so anstrengend ist, aber keinerlei Kühlungseffekt verschafft. Abgesehen von einem kurzen Toilettenstopp kann ich mein Tempo ganz gut laufen, überhole weiterhin fleißig und werde im Gegenzug nur einmal “zurück überholt”. Kai kommt mir auf der Laufstrecke auch immer wieder entgegen und ich sehe, dass ich meinen Vorsprung immer weiter ausbaue. Ebenso hilft in dieser Phase die frenetische Anfeuerung von Claudia (vielen lieben Dank nochmal dafür). Schlussendlich absolviere ich den Halbmarathon in 1:35,41 und mehr wäre auch nicht drin gewesen.
Insgesamt war meine Zeit von 5:12,40 für Gesamtplatz 39 bei den Männer und Platz 6 in der Altersklasse gut. Kai finisht in 5:30,34 und gewinnt damit seine Alterklasse. Herzlichen Glückwunsch nochmal dazu. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden und es war ein guter Saisonabschluss.
Somit hatten wir uns nach einem sehr anspruchsvollen, aber klasse organisierten Triathlon zum Saisonabschluss ein Finisher-Bier verdient.
