Der heutige Kaisermarathon in Söll und zugleich Berglauf-WM war mein Saisonabschluss. Und auch wenn es noch keine offiziellen Ergebnisse gibt, muss ich sagen, dass der Marathon ganz gut lief.
Zeitambitionen hatte ich von vorne herein schon nicht, da ich nicht wusste, was mich erwarten würde. Zudem waren die letzten Wochen mit wenig Trainingsmotivation und Wiesnbesuchen der Vorbereitung auch nicht gerade förderlich. Dem zufolgen durfte ich dann heute auch das eine oder andere Kilo zu viel den Berg hochschleppen… Aber wenn Maße mal in Bewegung ist..
Handgestoppt habe ich den Marathon in 4:10 Stunden hinter mich gebracht und bin mit der Zeit und auch dem Verlauf sehr zufrieden.
Nach einer sehr guten und geruhsamen Anreise mit Startunterlagen abholen, umziehen und warmlaufen, gings um 10:35 auf die Strecke. Die ersten 8 Kilometer zum Einlaufen auf Asphalt und dann bis zur Halbmarathon-Markierung an der Talstation der Hartkaiser-Bahn in Scheffau auf gut zu laufenden Rad- und Wanderwegen. Bis zu dieser Marke lief es sehr gut, ich konnte ein gutes Wohlfühl-Tempo laufen, machte auch immer wieder einige Plätze gut, während ich selbst aber nicht überholt wurde. Die 5-Kilometer-Zeiten bis zu Kilometer 20 sind auch schön gleichmäßig (22:58 - 21:09 - 23:45 - 23:04). Wobei es hier auch schon den einen oder anderen Anstieg gab und es ab Kilometer 10, wenn auch nur leicht, stetig bergauf ging.
Nach der Halbmarathon-Marke ändert sich jedoch das Blatt und man stand mitten im Berg. Es ging hoch auf den Hartkaiser mit 1.555 Meter. Bis Kilometer 25 ging es somit nur bergauf. Und das zeitweise auch über sehr steile, sehr schmale Wanderwege, wo an Laufen nicht zu denken war. Dies waren aber nur ca. 500 Meter, wo man mit gehen schneller als mit Laufen war. Für Kilometer 20 - 25 habe ich dann auch 35:35 gebraucht, konnte aber auch hier wiederum sehr viele LäuferInnen einsammeln. Anschließend gings in einem Mix von Anstiegen und Bergabpassagen rüber nach Ellmau bis ca. Kilometer 30. Hierfür brauchte ich 29:33 Minuten.
Von Kilometer 31 an gings bis Kilometer 39 nur noch bergab und manchmal auch flach dahin. Und in den langen Bergab-Passagen habe ich dann wieder sehr viele Plätze verloren, da ich einfach bergab kein gescheites Tempo laufen kann. Keine Ahnung woran das liegt. Aber ich wollte ja eh nur genießen
KM 39 bis 40 war dann wieder ansteigend und von 30-40 war ich zweimal genau 28:37 Minuten unterwegs.
Und dann kam der 2,2 Kilometer lange Schlussanstieg auf die Hohe Salve. Der war nur noch pervers (sorry, anders kann ich das nicht sagen). Auf den 2,2 Kilometern war es zwischendurch für 200 m mal möglich zu laufen, ansonsten war Wandern angesagt. Der Weg führte schnurstracks und gerade die Skipiste hoch. Und was heißt Weg…. ein schmaler Trampelpfad, teilweise mit sehr hohen Naturstufen, sehr naß, glitschig und batzig. Da man immer recht weit gerade noch oben gucken konnte, die vor mir sind auch alle gegangen. Bezeichnenderweise habe ich dann für die 2,2 Kilometer auch 37:11 Minuten gebraucht und konnte sogar noch 3 Plätze gut machen
Insgesamt muss ich sagen, eine sehr schöne und gut organisierte Veranstaltung, was man von einer WM auch erwarten darf. War mal was anderes als beim München Marathon auf Zeit durch die City zu blasen.
Nicht ganz glücklich finde ich die Streckenführung. Die Bergab-Passagen waren mir mit mehreren Kilometern zu lang und der Schlussanstieg ist einfach nicht laufbar. Wenn man diesen entschärfen (es geht auch ein Wanderweg nach oben) und die Bergab-Passagen noch kürzen könnte, würde ich mir einen weiteren Start mal wieder überlegen.
Und jetzt gehts nach einer sehr erfolgreichen Saison in die wohlverdiente Off-Season!